Pressemitteilung AfD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag vom 12.05.2020

Landkreis Hameln-Pyrmont: Im Windpark Grohnde-Kirchohsen stehen seit Jahresbeginn zwei Windenergieanlagen still. Grund ist ein Defekt an drei Rotorblättern. Mit der Auskunft über das genaue Schadensbild und was genau zu den Schäden geführt hat, hält sich sowohl die Landesregierung als auch der Hersteller und der Betreiber zurück. Von der stets erwähnten Transparenz beim Ausbau der Windkraft ist hier nichts zu sehen.

In unserer ersten Anfrage (Drucksache 18/6053) erhielten wir die Auskunft, dass die technischen Schwierigkeiten auf Ablösungen in den Fugen an insgesamt drei Rotorblätter-Hinterkanten von zwei Anlagen zurückzuführen waren. Auf eine weitere Nachfrage, ob die Ablösungen in den Fugen an den Rotorblätter-Hinterkanten auf eine Überlastung durch den Betrieb der Anlage zurückzuführen ist, folgte nur eine ausweichende Antwort der Landesregierung. „Der Betrieb der Anlagen hat die Überlastung der verklebten Fuge zwischen zwei Flügelteilen sicherlich befördert. Inwieweit er ursächlich war, kann nicht beurteilt werden“ (Drucksache 18/6349).

Die Bürger vor Ort interessiert insbesondere die Frage, ob von den defekten Rotorblättern eine Gefahr ausgegangen ist. Der Projektleiter der Kieler Betreiber-Firma „Ebert Erneuerbare Energien“ Christian Nowack betont zwar unter Berufung auf den Hersteller, das dänische Unternehmen „Vestas Wind Systems, dass keine Gefahr bestand, jedoch wird dies von der ortsansässigen Bürgerinitiative bezweifelt. Ein Foto, welches eine zirka 40 mal 50 Zentimeter große Lücke in der Sägezahn-Hinterkante eines der betroffenen Rotorblätter zeigt, sorgt für Aufregung und weitere Unklarheit. Ist dieses Teilstück während des Betriebes abgefallen? Wenn dem so wäre, hätte dies auf jeden Fall eine große Gefahr hervorgerufen. Auch hier wieder keine klaren Aussagen.

Dazu der energie- und umweltpolitische Sprecher der AfD-Landtagsfraktion Stefan Wirtz: „Nach nur einem Jahr Laufzeit fehlende großformatige Teilstücke und aufgelöste Verklebungen. Produktions-, Transport- und Einbaufehler sind aber nach Angaben der Lan-desregierung ausgeschlossen. Naheliegend, dass hier nur eine Überlastung der Rotorblätter schon im normalen Betrieb die Ursache sein kann. Sind diese Anlagen überhaupt technisch tauglich? Solange keine klare Antwort über die Ursachen vorliegt, müssen alle baugleichen Anlagen außer Betrieb genommen werden. Bleibt das eigentliche Problem unerkannt, gehört allen Windrädern dieser Baureihe an jedem Standort die Betriebserlaubnis entzogen.“

Für Rückfragen steht Ihnen unser Pressesprecher unter 0176/12300337 beziehungsweise 0511/3030-3525 oder frank.horns@lt.niedersachsen.de zur Verfügung.

V.i.S.d.P.: Stefan Wirtz (MdL), Hannah-Arendt-Platz 1; 30159 Hannover

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