Pressemitteilung der AfD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag vom 18.12.2019

Riesig die Aufregung, winzig die Kenntnis über wichtige Forschungsergebnisse zu den Auswirkungen der Krippenbetreuung auf Kinder: So lässt sich, die Reaktion von Bildungsminister Tonne auf eine Rede des bildungspolitischen Sprechers der AfD-Fraktion Harm Rykena beschreiben.

Rykena, vor seiner Abgeordnetentätigkeit Konrektor einer Grundschule im Landkreis Oldenburg, hatte im Rahmen der Haushaltsberatungen für das Kultusressort auf zwei wegweisende Untersuchungen hingewiesen. An der US-amerikanischen NICHD-Studie nahmen mehr als 1300 Neugeborene und ihre Familien teil. Der Entwicklungsverlauf der Kinder wurde bis zum 15. Lebensjahr detailliert gemessen. Ähnlich aufwendig wurde die kanadische NLSCY-Studie betrieben. Sie verglich Kinder in einer hochsubventionierten, qualitätskontrollierten Krippenbetreuung mit Altersgenossen, die ausschließlich im familiären Umfeld auswuchsen (mehr dazu auch in einem Magazin der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung: Rainer Böhm: „Stress – Das unterschätzte Problem frühkindlicher Betreuung“, in: Christine Haderthauer/Hans Zehetmair (Hrsg.): Bildung braucht Bindung, Heft 83, S. 27-32).

Zusammenfassen lassen sich die Ergebnisse beider Studien so: „Je früher und länger Kleinkinder fremdbetreut werden, desto größer werden die negativen Auswirkungen für sie und ihre Mütter. Bei Kindern wurde unter anderem eine Zunahme von Hyperaktivität, Unaufmerksamkeit und Aggressivität festgestellt. Auf elterlicher Seite gab es insbesondere eine Zunahme mütterlicher Depression“, erläuterte Rykena und forderte daher die Aufwendungen für den weiteren Ausbau der Krippenbetreuung im kommenden Haushalt zu streichen.

Wenn Wissenschaft auf links-grüne Ideologie trifft, wird erstere schnell mal für null und nichtig erklärt. Kultusminister Tonne wütete gegen Rykena Ausführungen: „So etwas ist mir überhaupt noch nicht vorgekommen, von irgendeiner Studie hier zu fabulieren. Wer weiß, wo die herkommt. Das kann doch nur ein AfD-nahes Institut sein, in dem so etwas aufgeschrieben wird.“ Er fügte hinzu, dass es nicht „unser Gesellschaftsbild“ sei, wenn Frauen am Herd ihre Kinder betreuen.

Klar, wenn die Realität nicht dem sozialdemokratischen Weltbild entspricht, müssen eben Wirklichkeit und Fakten geleugnet werden. Aus einer CSU-nahen Stiftung wird dann ein AfD-nahes Institut. Das alles geht auf Kosten der Betroffenen. Harm Rykena hat die Tragweite dieses unverantwortlichen Verhaltens erkannt: „Unser Haushaltsentwurf stellt bildungs- und auch gesundheitspolitisch einen Weckruf dar. Denn es geht um das Wohl der Kinder, der Mütter und ganzer Familien. Wir wollen den weiteren Krippenausbau stoppen und in Zukunft durch eine gezielte Unterstützung und Förderung elterlicher Betreuung ergänzen.“

Für Rückfragen steht Ihnen unser Pressesprecher unter 0176/12300337 beziehungsweise 0511/3030-3525 oder frank.horns@lt.niedersachsen.de zur Verfügung.

V.i.S.d.P.: Harm Rykena (MdL), Hannah-Arendt-Platz 1; 30159 Hannover