Pressemitteilung der AfD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag vom 12.08.2019

Wenn Mathematik, Deutsch und andere wichtige Fächer regelmäßig ausfallen, steht es schlecht um die Bildung und damit um die Zukunft der nächsten Generationen. In Niedersachsen ist die Lage besonders dramatisch. „Dabei haben wir genügend Lehrer“, erklärt der bildungspolitische Sprecher der AfD-Landtagsfraktion Harm Rykena. Er fügt hinzu: „Ihre Zahl reicht aber nicht, um die Jugendlichen im Ganztag zu betreuen und um dann auch noch die Inklusion umzusetzen.“

Rykena verweist auf konkrete Zahlen. Nach Angaben aus dem Kultusministerium habe es im Jahr 2005 eine Unterrichtsversorgung von 99,5 Prozent gegeben. 2018 lag sie bei 99,4 Prozent. Innerhalb dieses Zeitraums ist die Schülerzahl aber um etwa 150.000 gesunken. Gleichzeitig wurden etwa 1000 Lehrer mehr beschäftigt, denn die Zahl der wöchentlich erteilten Unterrichtsstunden stieg um fast 20.000. Kam 2015 ein Lehrer auf 17 Schüler, liegt das Verhältnis heute bei eins zu 13.

Der Unterrichtsausfall ist in Wirklichkeit Folge einer immensen Verschwendung von Personalressourcen. Insbesondere der Anstieg an Zusatzbedarfen gehe auf Kosten des Fachunterrichts. Davon entfallen nach Aussage der Landesregierung mehr als 43 Prozent auf die Inklusion und rund 35 Prozent auf den Ganztag. Was dies bedeutet, rechnet Rykena vor: „Nach Aussage des Kultusministers werden allein 86.000 Lehrerstunden aufgewendet, um den Ganztag zu gewährleisten. Das sind grob geschätzt um die 3300 Lehrervollzeitstellen, die nicht für den Fachunterricht, sondern für die Betreuung von Kindern und Jugendlichen aufgewendet werden. Hochqualifizierte Lehrkräfte werden weit unter ihren Fähigkeiten eingesetzt.“

Der Grund für den Ausfall des Fachunterrichts liegt also nicht in einem Lehrermangel, sondern in einer verfehlten Schwerpunktsetzung. Rykena: „Die Landesregierung nimmt willentlich die Vernachlässigung des Fachunterrichts in Kauf.“

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V.i.S.d.P.: Harm Rykena (MdL), Hannah-Arendt-Platz 1; 30159 Hannover