Mit dem „Masterplan Digitalisierung“ hat die Landesregierung die Richtung vorgegeben. „Über die Konsequenzen scheint die Landesregierung sich keine Gedanken gemacht zu haben“, sagt der wirtschaftspolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Stefan Henze.

– Pressemitteilung der AfD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag vom 14.11.2018 –

Eine Konsequenz könnte ein massiver Verlust von Arbeitsplätzen sein. Der Digitalverband Bitkom (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien) geht in einer Umfrage (beteiligt waren 500 deutschen Unternehmen) von 3,4 Millionen Arbeitsplätzen aus, welche durch die Digitalisierung verloren gehen. Die Universität Oxford rechnet damit, dass die Digitalisierung in den nächsten zwanzig Jahren 47 Prozent aller bisherigen Arbeitsplätze verschwinden lassen wird. „Diese Zahlen lassen aufhorchen“, sagt Henze. „Die Digitalisierung ist unvermeidbar – aber die niedersächsischen Unternehmen und die Arbeitnehmer müssen darauf vorbereitet sein.“ Zuerst müsse die Landesregierung klären, wie viele Arbeitsplätze in welchen Branchen verloren gehen. „Auch muss dringend geklärt werden, welche Branchen besonders stark betroffen sein werden. Erst wenn diese Fragen abschließend geklärt sind, können wir Gegenmaßnahmen einleiten, welche Unternehmer und Arbeitnehmer gleichermaßen gut auf die digitale Zukunft vorbereiten.“ Ungeklärt bleibt auch die Frage, inwieweit Schulabgänger mit Berufen in Kontakt kommen, die in einer digitalisierten Welt eine Rolle spielen werden. „Wenn neue Berufe entstehen, benötigen wir auch die Fachkräfte, welche diese ausführen können. Das geht nur mit einer frühzeitigen Kompetenz-Vermittlung an Schulen und Universitäten“, sagt Stefan Henze. In der verarbeitenden Industrie hingegen werden Arbeitsplätze verschwinden. „Daher müssen wir die Frage stellen, inwieweit die Landeregierung diese Betriebe mit Umschulungen und Weiterbildungsmaßnahmen unterstützt“, so Henze. Der „Masterplan Digitalisierung“, der von der Landesregierung im August 2018 vorgestellt wurde, lässt hier viele Fragen offen. Die AfD-Fraktion fordert die Landeregierung auf, wichtige Fragen im Vorfeld zu klären und präventive Maßnahmen darauf aufzubauen. „Die niedersächsischen Betriebe müssen weiterhin handlungsfähig bleiben, auf einem zunehmend digitalisierten Umfeld wirtschaften können und kein Arbeitnehmer sollte um seinen Arbeitsplatz bangen müssen“, so Henze.