Die Zahlen sind erschreckend: Bis zum Jahr 2030 werden zwischen 21.000 bis 52.000 Altenpflegekräfte fehlen. 365 Hausarztstellen sind derzeit in Niedersachsen nicht besetzt. Kliniken auf dem Land haben es schwer, Ärzte zu finden. Die Zahl der Kliniken ist im Jahr 2012 von 192 auf 174 im Juni 2018 gesunken.

– Pressemitteilung der AfD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag vom 06.11.2018 –

Nun soll eine Enquetekommission, bestehend aus Fraktionsmitgliedern der SPD und CDU, einen Weg finden, wieder positive Zahlen zu präsentieren. „Ich kann nicht verstehen, wie man ein so großes Problem so lange hat ignorieren können“, sagt Stephan Bothe, der gesundheitspolitische Sprecher der AfD-Fraktion. Einer Kommission steht er kritisch gegenüber: Kommissionen zu bilden, sei sicherlich vernünftig, aber dieser Schritt hätte schon vor Jahren gegangen werden müssen. „Bei diesen Zahlen ist es notwendig, sofort zu handeln.“ Gerade ein Flächenland wie Niedersachsen müsse die medizinische Grund- und Maximalversorgung auch auf dem Land sicherstellen, so Bothe. „Wenn das Problem wieder nur zerredet wird, sehe ich schwarz. Dann werden viele Menschen nicht mehr die Hilfe erhalten, die sie benötigen. Ein Land wie Niedersachsen kann sich eine derartige medizinische Unterversorgung der Bevölkerung nicht leisten.“ In der Altenpflege bedürfe es endlich einer besseren Bezahlung, um den Beruf attraktiver zu gestalten. „Anstatt Krankenhäuser zusammenzulegen, müssen neue gebaut werden.“ Dem Ausbau von Medizinstudienplätzen stimmt die AfD-Fraktion grundsätzlich zu. „Es muss aber eine generelle Lösung geschaffen werden, wie Hausarztstellen zügig besetzt werden. Mit Druck erreicht man hier nichts. Stattdessen müssen Anreize geschaffen werden, etwa über Steuervergünstigungen.“ Die AfD-Fraktion fordert die Landesregierung auf, endlich zu handeln, anstatt sich die Probleme, die ihr eh bekannt sind, erneut vortragen zu lassen und den dringend notwendigen Reformstau im Sinne der niedersächsischen Bürger endlich zu lösen.