Pressemitteilung der AfD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag vom 10.08.2018

Das Ansehen der deutschen Universitäten gerät durch sog. Fake-Science-Arbeiten in Verruf

„Der Bildungs- und Wissenschaftsstandort Deutschland muss seine Standards bewahren und umsetzen. Qualität geht vor Quantität“, sagt der bildungspolitische Sprecher der AfD-Fraktion Harm Rykena.

Deutschen Wissenschaftler setzen weltweit Standards mit der Güte ihrer Arbeiten. Sie tragen zur Fertigung von weltweit nachgefragten Produkten bei und tragen so zum wirtschaftlichen Erfolg Deutschlands maßgeblich bei. Nun wurde bekannt, dass rund 5000 deutsche und darunter auch niedersächsische Wissenschaftler und Universitäten an dem weltweiten „Fake Science“-Skandal beteiligt waren und sind. Das ergaben Recherchen des NDR. Unter dem Begriff Fake Science verbergen sich ethische, fachliche oder gar strafrechtliche Verstöße gegen die Prinzipien des wissenschaftlichen Arbeitens. Abschluss und Prüfstein jeder wissenschaftlichen Arbeit ist die Veröffentlichung der Forschungsergebnisse in einer Fachzeitschrift. Andere Wissenschaftler (peers) prüfen dabei den methodischen Ansatz, die Belastbarkeit der Ergebnisse, die Richtigkeit der gezogenen Schlüsse, schlagen unter Umständen Veränderungen und weitere Experimente vor – und entscheiden am Ende über die Annahme des Artikels. Doch seit einiger Zeit untertreiben Geschäftemacher in Form von Pseudo-Wissenschaftsverlagen und entsprechenden Publikationen die Güte der wissenschaftlichen Arbeiten. „Gegen Geld werden dort Fachartikel abgedruckt – ohne fachliche Prüfung natürlich“, sagt Harm Rykena (MdL). Auch Pseudo-Konferenzen, die den Lebenslauf schönen und zu einer Karriere an einer Hochschule wesentlich beitragen, können gekauft werden. Folgende „Unternehmen“ sollen daran beteiligt sein: WASET (World Academy of Science, Engineering and Technology), OMICS International, Sciencedomain u.v.a. In Deutschland treten als Autoren bei zahlreichen derartigen Veröffentlichungen prominente Hochschullehrer auf: etwa ein führendes Mitglied aus Hannover, das im nationalen Wissenschaftsrates sitzt, sowie ein führender Wissenschaftler an der Universität Bremen.

Spitzenreiter mit insgesamt 29 Veröffentlichungen über zehn Jahre bis 2016 ist ein Institut der Leibniz Universität Hannover gewesen: das Institut für Fabrikanlagen und Logistik (IFA) am Produktionstechnischen Zentrum Hannover (PZH). Für Niedersachsen konnte das Rechercheteam von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung aber auch mehrere Fälle unseriöser Veröffentlichungen an der TU Braunschweig dokumentieren.

„Wir verurteilen dieses Verhalten einiger niedersächsischer Wissenschaftler“, sagt der bildungspolitische Sprecher der AfD-Fraktion Harm Rykena (MdL). „Wir sehen eine Gefährdung wissenschaftlicher Standards in Deutschland und rufen die Universitäten und Forschungseinrichtungen nun auf, in einer angemessenen Weise sicherzustellen, dass eine wissenschaftliche Leistung auch eine wissenschaftliche Leistung bleibt.“ – Der Wissens-Standort Deutschland darf in seiner Glaubwürdigkeit nicht beschädigt werden“, so Rykena (MdL).

„Wir möchten die Forschungseinrichtungen dazu aufrufen, junge Wissenschaftler auch auf diesem Gebiet zu schulen. Qualität muss vor Quantität gehen. Strafrechtliche Konsequenzen dürfen hier nicht ausgeschlossen werden, um das Ansehen deutscher Universitäten zu schützen.“

V.i.S.d.P.: Harm Rykena (MdL), Hannah-Arendt-Platz 1; 30159 Hannover